Besonderer Jahrgang an besonderem Ort

Weinheimer Nachrichten vom 04. August 2020

Weinheim. Kann eine Pandemie auch etwas Gutes bewirken? Zumindest dies: Die Abiturfeier des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums wurde im Ehrenhof der Wachenburg zu einer außergewöhnlichen Abschlussfeier. Dank vieler kreativer Ideen der verantwortlichen Schüler konnte die Feier kaum festlicher sein. Zwar war die Anzahl der Festgäste auf 100 begrenzt, doch konnten einige Familien von der Burg herab in den Hof schauen und alles live erleben. Für alle anderen wurde die Veranstaltung im Live-Stream übertragen.

Die musikalische Untermalung gestalteten die Abiturienten selbst mit ihrer Abi-Band, ergänzt durch Beiträge des Lehrers Manuel Steegmüller. Mit ihrer einfühlsamen Rede blickte die Schulleiterin Andrea Volz auf die Schulzeit der jungen Frauen und Männer. Sie empfand es als Ehre, ihre allererste Abirede genau für diesen Jahrgang zu halten. Dem außerunterrichtlichen Engagement zollte sie großen Respekt. Dem Abiturmotto „Cabi Central – Wir gehen ab!“ entspringe Energie, Kraft und Aufbruchsstimmung. Doch, so frage sie sich, woraus besteht dieses Katapult und wer hat beim Erklimmen des Katapults geholfen? Eltern, Lehrer, eine Schulatmosphäre, die von Miteinander und Respekt geprägt sei, bildeten die stabile Absprungrampe.

Die vom Kollegium vorbereitete Videobotschaft mit Gratulation an die Abiturienten wurde eingespielt, und mit Blick auf die Corona-Krise rief die Schulleiterin dazu auf, die „Zeit nicht als verlorenen Sommer oder gar verlorene Jugend“ zu verbuchen. Vielmehr bestärkte sie die jungen Erwachsenen, aus dieser beispiellosen Ausnahmesituation Kraft zu schöpfen, haben doch alle 86 Abiturienten bewiesen, wie sie sich mutig und selbstbewusst Unvorhergesehenem stellten.

Mit Glückwünschen und der Versicherung, dass die Tür auch weiter offen steht für Halt, Gespräche und Unterstützung richtete sich Dr. Bettina Wittke-Schmitt als Vertreterin der Eltern an die Absolventen. Sie appellierte an die Zuhörer, sich ihrer Wurzeln zu erinnern und die Werte des Leitbildes der DBS auch im weiteren Leben hochzuhalten.

Amelie Knapp verglich als Scheffelpreisträgerin das Leben mit einem Buch, einem Film, einer Serie oder einem Videospiel. Ihre Mitschüler seien jeweils die Hauptfigur. Die Schulzeit stelle darin ein Kapitel dar, auf das sie stolz und für das sie dankbar sei. Die Abiturfeier fungiere nicht als Ende, sondern als Cliffhanger. Knapp: „Man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.“ Mit Julia Fink und Elias Furlan Cano startete dann eine charmante Reise in die Vergangenheit. An ihrem ersten Tag in der DBS begrüßte sie die Unterstufentheater-AG mit einem Ausschnitt aus Aladdin und den Worten „Folgt uns in das Land aus 1001 Nacht“. Um diese sinnbildlichen 1001 Nächte drehte sich dann ihr Vortrag mit Erinnerungen an Klassenfahrten, Austausche Theaterbesuche und mehr.

Sie blickten stolz auf die Diskussionsfreude und klare politische Haltung ihrer Stufe. Ein besonderer Dank und Respekt gebühre Frau Volz. Schließlich richteten sie das Wort an die ehemalige Schulleiterin Gudrun Aisenbrey, die „das warme und herzliche Klima in unserer Schulzeit geprägt hat“.

Die ausgezeichneten Schüler

Einen Preis und ein Online-Stipendium für herausragende Leistungen in allen Fächern erhielten: Berit Thews (1,3), Fred End (1,4) und Christin Walter (1,4), vier erreichten die Traumnote 1,0: Vincent Ebert, Timon-Johannes Engel, Amelie Knapp und Peter Schmitt.

Scheffelpreis: Amelie Knapp; Studienstiftung des Deutschen Volkes: Peter Schmitt; Maul-Medaille und Landessportpreis BW (Sport): Konstantin Hoffmann. Schulpreis Englisch: Vincent Ebert; Schulpreis Französisch: Amelie Knapp; Schulpreis Spanisch: Clara Quijada.

Preis der Deutschen Mathematiker Vereinigung: Dominik Gilles und Vincent Ebert; Schulpreis Biologie: Vincent Ebert; Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker: Berit Thews; Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: Dominik Gilles; Ferry-Porsche-Preis (Mathematik und Physik): Dominik Gilles.

Südwestmetall Schulpreis Ökonomie: Timon-Johannes Engel; Preis des Vereins für Social Politics (Wirtschaft): Peter Schmitt; Schulpreis Gemeinschaftskunde: Fred End; Otto-Dix-Abiturpreis: Julia Fink; Schulpreis Musik: Timon-Johannes Engel; Schulpreis Theater: Katharina Specht; Religionspreis katholisches und evangelisches Schuldekanat: Vincent Ebert; Preis der Deutschen Gesellschaft für Philosophie und Preis der Deutschen Psychologie Vereinigung: Fred End; Schulpreis Technik-AG: Benjamin Bogs; Preis des DBS-Förderkreises FIDIBUS (für Verdienste um die soziale Gemeinschaft): Fred End, Max Hardt, Julia Fink, Sonja Löhmann, Elias Furlan Cano und Annika Reimers.

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